Online und vor Ort: Georg Jostkleigrewe (Univ. Halle-Wittenberg), Littérature engagée?

Perspectives d’une lecture factionnelle de la littérature française des 13e et 14e siècles

  • Mittelalter Vortrag
  • 15h00 (17.02.) - 17h00 (17.02.)

Mittelalterliche Literatur wird nicht nur für Mäzene, sondern auch gegen deren Gegner geschrieben – als literarische Waffe in den Auseinandersetzungen der Großen. Oft haben sich aber weder Literatur- noch die Geschichtswissenschaften für die tagesaktuellen Bezüge literarischer Werke interessiert. Dies gilt besonders für jene Texte, die den wenig bekannten Auseinandersetzungen spätmittelalterlicher französischer Hofparteien entstammen. Dabei kann gerade auf diesem Gebiet ein interdisziplinärer Zugriff erstaunliche Erkenntnisse zutage fördern. Im Vortrag diskutieren wir mehrere Werke des 13. und 14. Jahrhunderts, die unter Berücksichtigung ihrer Entstehungskontexte sowohl in literatur- wie geschichtswissenschaftlicher Hinsicht ganz neue Perspektiven eröffnen: Aus einem eher langweiligen Panegyrikus wird so bisweilen eine bissige Satire – und eine neue Quelle, die Aufschluss über zentrale Konfliktlinien innerhalb der französischen Hof- und Adelsgesellschaft gibt.

Vortrag im Rahmen des Seminars von Olivier Mattéoni (Univ. Paris 1 Panthéon-Sorbonne/LAMOP-CNRS UMR 8589) »Pouvoirs, culture et pratiques politiques à la fin du Moyen Âge«.

Für eine Teilnahme vor Ort ist keine Anmeldung erforderlich.
Anmeldung für eine Online-Teilnahme: Zoom


Veranstaltung in französischer Sprache.
 

Bildnachweis: Darstellung des Hofs der Tiere um den Löwen als König, der Recht spricht. Illustration aus dem »Procès de Renart« (Handschrift um 1310), Paris, BnF, ms. fr. 1580, fol. 114v (Detail), https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b52506044v/f234.item.