Online und vor Ort: Divan historique

Norbert Frei (Univ. Jena), Kanzler nach der Katastrophe. Konrad Adenauer (1876–1967)

  • 20. und 21. Jahrhundert Podiumsdiskussion
  • 18:30 Uhr (16.02.) - 20:30 Uhr (16.02.)
  • DHIP

Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust legt Konrad Adenauer die politischen Fundamente der Bundesrepublik: erst im Parlamentarischen Rat, dann ab 1949 als erster Bundeskanzler. Er setzte die unbedingte Westbindung des jungen westdeutschen Staates durch, nahm dabei jedoch die deutsche Teilung in Kauf. Die von den Westalliierten gestiftete Demokratie half er zu verankern, was allerdings nicht über Versäumnisse bei der Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur hinwegtäuschen darf. Millionen seiner Landsleute ermöglichte er das Beschweigen ihrer Vergangenheit. Gemeinsam mit Charles de Gaulles förderte Adenauer die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. Adenauer war konservativer Katholik, autokratischer Parteiführer, skrupelloser Taktiker und weitblickender Europäer in einem und begegnete den Deutschen mit viel Skepsis, ja Misstrauen.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Konrad Adenauer diskutiert sein Biograf Norbert Frei auf dem ersten Divan historique des Jahres 2026 diese Ausnahmefigur der deutschen Politik. Prof. em. Dr. Norbert Frei ist Seniorprofessor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist einer der profiliertesten Kenner der Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Nachgeschichte sowie der Geschichte der Bundesrepublik. Frei diskutiert mit N.N. über sein Buch, moderiert von Prof. Dr. Corine Defrance (CNRS/Sirice) und Prof. Dr. Ulrich Pfeil (Univ. Lothringen).

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Eine Anmeldung für eine Teilnahme vor Ort ist nicht nötig.
Anmeldung für eine Online-Teilnahme: 
Zoom

Veranstaltung in deutscher und französischer Sprache (mit konsekutiver Übersetzung).

Der Divan historique wird in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Paris, der Univ. Lothringen/Cegil und der UMR SIRICE (Univ. Paris 1/Sorbonne Univ./CNRS) organisiert.

Bildnachweis: © C. H. Beck