Audio- und Videomitschnitte

Zwischen Alterität und Intimität. Sklaverei im frühneuzeitlichen Deutschland

Vortrag von Rebekka von Mallinckrodt (Univ. Bremen), im Rahmen der Reihe »Les jeudis de l’Institut historique allemand«
Kommentar: Myriam Cottias (CNRS)
12. Juni 2025, online und vor Ort

Anders als in den Plantagenökonomien der sogenannten »Neuen Welt« finden wir Versklavte im Alten Reich nicht in großer Anzahl, sondern vereinzelt als Dienerinnen und Diener in den Haushalten adeliger und bürgerlicher Familien. Deren Situation war somit durch die besondere Nähe zwischen Herrinnen und Herren und Versklavten gekennzeichnet – ähnlich den Haussklavinnen und Haussklaven in den Kolonien. Zugleich war Exotismus und damit die Betonung der Fremdartigkeit der dunkelhäutigen Dienerinnen und Diener das Hauptmotiv, sie in das frühneuzeitliche Deutschland zu bringen. Der Vortrag geht diesem Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz nach und zeigt auf, welchen Blick uns die zeitgenössischen Quellen auf die Sichtweise der Betroffenen erlauben.

Rebekka von Mallinckrodt leitet an der Univ. Bremen die Abteilung Frühe Neuzeit. Sie arbeitet unter anderem zur Geschichte der Sklaverei und Sport in frühneuzeitlichen Kulturen

Rebekka von Mallinckrodt (Univ. Bremen)

Bildnachweis: Johanna Charlotte von Brandenburg-Schwedt, Fürstäbtissin des Stiftes Herford, mit Carl Heinrich Leopold, um 1740 (Städtisches Museum Herford, Inv.-Nr. 92/91).