Einreichungsfrist: 30. September 2025
Die Abteilung Neueste Geschichte und Zeitgeschichte des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) fördert mit ihrem Forschungsseminar den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an einem Forschungsprojekt mit einem internationalen oder transnationalen Thema arbeiten. Das Seminar schafft einen Raum für die Diskussion neuer Perspektiven sowie der methodischen Herausforderungen, die sich aus der Beschäftigung mit historischen und gesellschaftlichen Phänomenen ergeben, die entweder durch grenzüberschreitende Austauschprozesse entstanden sind oder den nationalen Rahmen überschreiten. Das Seminar trägt so zu einem der epochenübergreifenden »Denkfelder« des DHIP bei, das unter dem Titel »Erfahrungen des Internationalen. Konstruktionen, Praktiken und internationale Beziehungen« firmiert.
Im Atelier zur internationalen Geschichte steht die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts im Zentrum, Beiträge zu früheren Epochen können allerdings berücksichtigt werden. Das Seminar ist offen für vielfältige thematische und methodische Herangehensweisen, sofern die internationale Dimension eine zentrale Rolle in der Untersuchung einnimmt. Diese kann sich beispielsweise in der Analyse zwischenstaatlicher Beziehungen, transnationaler Dynamiken oder Orte des Austauschs widerspiegeln. Die Beiträge können Konvergenzen und Divergenzen untersuchen, kulturelle Praktiken und Transferprozesse analysieren, sich mit der internationalen Dimension von Emotionen oder Netzwerken befassen, die Kategorie Geschlecht in den Blick nehmen oder sich mit verschiedenen Akteurstypen auseinandersetzen. Beitragsvorschläge, die transnationale Phänomene am, Beispiel eines oder mehrerer Länder untersuchen, sind gleichermaßen willkommen. In solchen Fällen wird ein besonderer Fokus auf Studien gelegt, die Frankreich, Deutschland oder – allgemeiner – Europa einbeziehen.
Beitragsvorschläge können auch Überlegungen zu folgenden grundlegenden Fragen thematisieren: Wie lässt sich eine geeignete Periodisierung entwickeln? Wie kann eine Methodologie entworfen werden, die unterschiedlichen Akteursprofilen gerecht wird und den Transfer von Wissen oder Praktiken berücksichtigt? Wie lassen sich die Mobilität von Ideen und die Intensität von Kontakten erfassen? Wie können internationale Beziehungen zwischen Staaten, Nationen und Gesellschaften auf neuartige Weise beleuchtet werden?
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, auch die spezifischen Herausforderungen der Erforschung internationaler Phänomene zu reflektieren – einer Forschungsperspektive, die per Definition das Schreiben von Geschichte in unterschiedlichen historischen Kontexten erfordert. Willkommen sind Vorschläge von etablierten Forscherinnen und Forschern ebenso wie von Promovierenden.
Für das akademische Jahr 2025/2026 sind etwa acht Sitzungen geplant, die in der Regel dienstags von 15:00 bis 16:30 Uhr stattfinden. Die Arbeitssprachen des Seminars sind Deutsch, Französisch und EnglischFür Vortragende, die nicht in der Region Paris ansässig sind, versuchen wir, einen Teil der Reisekosten zu übernehmen. Sollte eine Teilnahme vor Ort nicht möglich sein, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, digital teilzunehmen, da alle Sitzungen online übertragen werden.
Die ausgewählten Referentinnen und Referenten werden gebeten, ihre Forschung und die damit verbundenen methodischen Herausforderungen in einem etwa 30-minütigen Vortrag vorzustellen, dem eine Diskussion folgt.
Beitragsvorschläge (max. 220 Wörter) sind bis zum 30. September 2025 über folgendes Formular einzureichen:
https://framaforms.org/latelier-de-linternational-1688132268
Das Programm für das Jahr 2025/2026 wird im Oktober 2025 veröffentlicht.
Koordination des Seminars: Alexandre Bibert (abibert@dhi-paris.fr)
